Ein Großteil der älteren Reproduktionsgeräte wurde bis 2004 zu Gunsten raum- und zeitsparender Computerverfahren aufgegeben. Die Einfarben-Bogenoffsetmaschine (Heidelberger KORS 1976) mit dazugehörigen Peripheriegeräten wurde 2008 abgegeben. Mit ihr war der Druck von Abschlussarbeiten, des TFH Bild-Kalenders oder von farbigen Fachpublikationen möglich.

Mit der Verabschiedung von einer Vielzahl analoger Techniken, wurde der Apple Macintosh-Pool mit Scannern und Desktop-Druckern zum Herz des Reprolabors. Die 18 Arbeitsplätze sind mit den in der Kartographie verwendeten Softwareprodukten bestückt und gewährleisten die weitgehend konsistente Farbwiedergabe im Bereich Grafik, Bildbearbeitung und Druckvorbereitung, sowie in Multimedia- und Internetanwendungen.

Spezialprogramme unterstützen die professionelle Kartengestaltung mit GIS- und Fernerkundungsdaten oder die Erstellung von 3D-Landschaften unter Beibehaltung des Koordinatenbezugs. Dieser Bereich wird auf der Mitarbeiterseite von Martin Vigerske betreut, der seit Ende 2006 Christian Brachlow bei den täglichen Laborarbeiten unterstützt.

Seit 2007 verfügen drei Macs über die Möglichkeit sowohl unter dem Mac-Betriebssystem OSX als auch unter Windows zu arbeiten, um so die Vorteile beider "Welten" nutzen zu können.

Anfang 2010 nennt sich das Reprolabor in Labor für Geomedien um. Das Gewicht verlagert sich stark in die Bereiche Satellitenbild- und Internetkartographie, sowie virtuelle Landschaften. Ein 2006 gestellter Bauantrag schafft im Sommersemester 2010 mit der Vergrößerung des Mac-Pools die räumlichen Bedingungen dafür - Platz für 22 Studierenden- und einen Dozenten-Rechner.

Mehr Raum, mehr Möglichkeiten, veränderte Mitarbeiterschaft. 2011 verlässt uns Christian Brachlow, Martin Vigerske arbeitet nun ganztags und bekommt die Vollblut-Kartographin Nicole Salamanek an die Seite gestellt.

Bereits deutlich vor 2016 häufen sich Abschlussarbeiten und Unterrichts-Projekte, die sich um Geoserver drehen. Das Labor stellt zwei Server auf und Robert Klemm bastelt an Backup-Lösungen, dem Geoserver und einem Beuth-internen Karten/Geodaten-Archiv.

2018 startet die Erneuerung des Pools. 2019 verlässt der letzte studentische Apple Macintosh Computer den Pool. Eine Erneuerung war nötig, Preis/Leistung und ein Microsoft-freundlicher Admin erfordern 23 neue PCs. Diese setzen auf Leistung und ermöglichen auch die Nutzung von Virtual Reality Brillen, von denen sich eine bereits im Labor befindet und bei Projekten, Abschlussarbeiten oder auf der Langen Nacht der Wissenschaften zum Einsatz kommt.

"Heidis" Abtransport 2008; Über einen Kran ging es ins Erdgeschoss,
wo sie von einem anderen Kran übernommen wurde ...
... der sie in den LKW hiefte. Quelle: Ursula Ripke & Christian Brachlow

Ende März 2020 ging in unserem Labor eine Ära zu Ende. Prof. Dr. Ursula "Ulla" Ripke verabschiedete sich in den Ruhestand. Dem Fachbereich ging damit nicht nur eine Kartographin und Laborleiterin verloren, sondern auch eine gute Kollegin und Freundin. 

Das Labor für Geomedien leitete sie seit 1994. 1990 wurde sie an die damalige TFH Berlin berufen und begleitete 59 Semester Generationen von Studierenden mit Herz und Seele im Umgang mit Werkzeugen der kartographischen Visualisierung. Sie betreute rund 140 Abschlussarbeiten in den Bereichen „Topographische Kartographie“, „Satellitenbildkartographie“ sowie „Webbasierte kartographische Anwendungen“. Sie war eingebunden in zahlreiche interkulturelle und interdisziplinäre Projekte im Rahmen von Kooperationen mit anderen wissenschaftlichen Institutionen und Hochschulen im In- und Ausland. Darüber hinaus engagierte sie sich aktiv bei der Aktion „Miet die Profs!“ und brachte Schülerinnen und Schülern die Kartographie und die Hochschule näher. Ulla organisierte gerne Exkursionen für Studierende des Fachbereichs – unter anderem nach Schweden und Dänemark – und begleitete diese vor Ort.

Seit dem Schritt des Labors von der analogen kartographischen Reproduktion zur digitalen Kartographie, war sie stets daran interessiert, das Labor und die Lehre auf den aktuellsten Stand der Hardware und Software zu bringen und zu halten. Mit ihr ging das Labor den Schritt von der klassischen Kartographie zur Visualisierung und Kommunikation mit modernen Geomedien. Ihr Steckenpferd ist der Umgang mit Grafiksoftware von Adobe, welche sie in Kombination mit den Geo-PlugIns von Avenza einzusetzen wusste, um GIS und 2D Grafik zu vereinen.

Außerdem ist sie eine Person, die mit guter Laune, Ruhe und viel Aufmerksamkeit zum guten Klima im Fachbereich beitrug. Sie brachte sich engagiert in verschiedenen Gremien der Hochschule und des Fachbereichs ein und fand in aufgeregten Diskussionen die richtigen Worte, um alle Beteiligten wieder auf den Boden der Tatsachen zurückzuholen.

„Liebe Ulla, wir hoffen, dass Dir der Fachbereich und wir noch lange in ebenso guter Erinnerung und verbunden bleiben. Hier liegt jederzeit ein Magnum für dich bereit… :)“

Seit April 2020 leitet Frau Prof. Dr. Immelyn Domnick das Labor für Geomedien. Sie hat selbst an der BHT (damals TFH) Kartographie sowie Geografie in Berlin und Hannover studiert. Nach beruflichen Stationen im SfB 69 der DFG, der GTZ in Äthiopien und diversen Projekten erhielt sie 2006 für die Eckprofessur „Geoinformation, Kartographie und Geografie“ einen Ruf an der TFH Berlin. Seit über 30 Jahren liegt ihr regionaler Schwerpunkt in Afrika (Sudan, Äthiopien, DR Kongo). Fachlicher Schwerpunkt sind die Wahrnehmung und Kommunikation mit kartographischen Darstellungen vor allem im interkulturellen Kontext.

Mit ihrer (ehemaligen) Kollegin Ulla Ripke verbindet sie nicht nur der gemeinsame Dr.-Vater Prof. Dr. Bernd Meissner, sondern auch gemeinsame Expeditionen in den Sudan, viele Fach- und konzeptionelle Diskussionen, um den Studiengang voranzutreiben, aber vor allem die Begeisterung für die Kartographie.

„Ich trete in große Fußstapfen. Ich freue mich auf diese Aufgaben und Herausforderung und auf die Zusammenarbeit mit den Labormitarbeiter*innen Herrn Vigerske und Frau Spiske-Salamanek.“

Team Geomedien 2019 (Foto: Marko Koch)
Laborleitungswechsel April 2020: Prof. Dr. Immelyn Domnick (rechts) übernimmt von Prof. Dr. Ursula Ripke (links)