Unregelmäßige Formen und Größen von Verwaltungsgrenzen sowie daraus resultierende Regionalisierungsfehler stellen ein bekanntes Problem in der räumlichen Analyse dar. Diese Arbeit entwickelt einen interaktiven, Python-basierten Prototypen, der unregelmäßige Polygongeometrien in regelmäßige Kachelbasiseinheiten überführt. Dabei können rechteckige oder hexagonale Rasterstrukturen gewählt werden.

Der Prototyp wurde vollständig in Jupyter Notebook unter Verwendung von GeoPandas, Shapely, ipywidgets und Matplotlib realisiert und ermöglicht eine intuitive Visualisierung, Transformation sowie den Export von Geodaten im GeoJSON-Format. Zur Sicherstellung einer räumlich sinnvollen Eins-zu-eins-Zuordnung zwischen ursprünglichen Polygonen und generierten Kacheln kommt ein zentroidbasierter Greedy-Algorithmus zum Einsatz.

Die Qualität der resultierenden Zuordnung wird anhand zweier Kennzahlen bewertet: dem RMS Zentroid-Offset zur Messung der räumlichen Abweichung und dem prozentualen Flächenüberdeckungsgrad zur Quantifizierung der Flächendeckung.

Zur Demonstration der Anwendbarkeit wurde eine vereinfachte Fallstudie mit administrativen Geodaten der Stadt Berlin durchgeführt. Eingesetzt wurden dabei Datensätze zu Prognoseräumen, Bezirksregionen und Planungsräumen. Die Ergebnisse zeigen, dass die resultierenden Kachelkarten zu einer verbesserten räumlichen Einheitlichkeit führen und die Vergleichbarkeit sowie Interpretierbarkeit thematischer Karten erleichtern können. Die integrierte Exportfunktion ermöglicht eine direkte Weiterverarbeitung der erzeugten Kacheln in gängigen GIS-Systemen. Das entwickelte Werkzeug bietet somit praxisnahe Unterstützung für die Erstellung fairerer und konsistenterer Visualisierungen und stellt ein hilfreiches Instrument für Stadtplanerinnen und Stadtplaner, Geodatenanalystinnen und -analysten sowie Forschende im Bereich der räumlichen Analyse dar.

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Git mit der Fortführung des Projekts nach der Masterarbeit